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Fellow Opus 2 im Test: Was die Gen 2 besser macht als die erste Opus

Die Fellow Opus 2 behebt fast alles, was an der ersten Opus beim Espresso gestört hat: grösseres Mahlwerk, stufenlose Einstellung, kaum Restmenge. Was sie kann, wo sie schwächelt und für wen sie sich lohnt.

Sven · Gründer von mycoffeeplan.chVeröffentlicht
Fellow Opus 2 mit Holzdeckel auf einem roten Küchentisch, daneben ein Cortado
Die Opus 2 mit Holzdeckel, eine der Varianten mit Holzakzent.

Kurz gesagt

Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Die Fellow Opus 2 ist die zweite Generation der Allzweckmühle von Fellow: grösseres 48-mm-Kegelmahlwerk, stufenlose Einstellung, kaum Kaffeereste in der Mühle.
  • Sie behebt genau die Punkte, an denen die erste Opus beim Espresso gescheitert ist: Restmenge, Feineinstellung und Tempo.
  • Schwächen: viel Kunststoff, vor allem beim Auffangbecher, und mit rund 85 dB eher laut.
  • Unsere klare Empfehlung für alle, die mit einer Mühle Espresso und Filter mahlen wollen. Die Opus 2 kommt mit unserer nächsten Lieferung ins Sortiment.

So haben wir getestet

Wir haben die Opus 2 selbst getestet, bevor wir sie ins Sortiment aufgenommen haben. Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus Fellows eigenen Angaben (Produktseite und Handbuch) und aus veröffentlichten Messungen anderer Tester. Wo eine Zahl von dort kommt, nennen wir die Quelle, damit du sie nachprüfen kannst.

Offenlegung: mycoffeeplan.ch verkauft Fellow-Produkte, darunter beide Opus-Generationen und die Fellow Ode Gen 2. Die Einschätzung ist trotzdem ehrlich: Die Schwächen stehen weiter unten genauso drin wie die Stärken.

Was ist neu an der Fellow Opus 2?

Von aussen sieht die Opus 2 ihrer Vorgängerin ähnlich, technisch ist sie eine neue Mühle. Fellow hat sie zusammen mit der Espressomaschine Series 1 neu gedacht, entsprechend liegt der Schwerpunkt auf Espresso. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Merkmal Opus 2 (Gen 2) Opus (Gen 1)
Mahlwerk 48 mm Kegelmahlwerk, Edelstahl 40 mm Kegelmahlwerk, Edelstahl
Mahlgrad stufenlos, Drehrad seitlich, Skala 0 bis 10 41 Stufen am Aussenring, Feinjustierung innen unter dem Trichter
Restmenge (Tests) ca. 0,1 bis 0,4 g ca. 0,5 g
Espressodosis mahlen ca. 9 Sekunden deutlich langsamer
Auto-Stopp erkennt, wann der Trichter leer ist Timer
Auffangbecher zwei, magnetisch: 100 g für Filter, 30 g für Espresso (passt auf 54- und 58-mm-Siebträger) einer, magnetisch
Trichter 100 g 110 g
Motor 300 W 150 W
Masse / Gewicht 206 × 130 × 267 mm, ca. 2,3 kg 210 × 129 × 268 mm, ca. 2,3 kg
Preis bald bei uns (USA: 199.95 Dollar) CHF 202.50 bei uns (Stand 24.10.2026)

Technische Daten: Fellow Opus 2, Fellow: What's new with Opus 2, Fellow Opus (Gen 1). Restmenge und Mahlzeit aus den unten verlinkten Tests.

Fellow Opus 2 in Weiss auf einer Holzablage in der Küche
Die Opus 2 in Weiss. Neu ist das Drehrad an der Seite, mit dem du den Mahlgrad stufenlos einstellst.

Zwei Angaben liest man oft falsch. Erstens hatte schon die erste Opus eine Antistatik-Technik. Fellow hat den Ionisator für die Opus 2 verbessert und den Weg des Mahlguts neu gestaltet, erfunden hat Fellow ihn nicht neu. Zweitens ist die Einstellung wirklich stufenlos, auch wenn auf Fellows Seite an einer Stelle von «48 Einstellungen» die Rede ist.

Restmenge und Statik: der grösste Fortschritt

Die Restmenge ist der Kaffee, der nach dem Mahlen in der Mühle bleibt. Bei Espresso entscheidet sie darüber, ob du die Mühle sauber einstellen kannst: Bleibt ein Gramm alter Kaffee hängen, landet er im nächsten Bezug, und jede Korrektur am Mahlgrad wirkt erst einen Shot später.

Das war das grösste Problem der ersten Opus: Home Grounds mass dort rund 0,5 g, und The Coffee Chronicler nennt die Restmenge die grösste Schwäche der Gen 1. Bei der Opus 2 liegen die veröffentlichten Messungen zwischen etwa 0,1 und 0,4 g:

  • The Coffee Chronicler mass 0,1 bis 0,2 g, mit dem Deckel als Blasebalg 0,1 g.
  • 9 Bar Benchmark kam bei 18 g ohne Befeuchten der Bohnen auf 0,3 bis 0,4 g, mit einem Tropfen Wasser (RDT) auf netto null.

Fellow selbst nennt 0,1 g für helle und mittlere Röstungen und 0,3 bis 0,5 g für dunkle. Das passt zu den Tests: Dunkle, ölige Bohnen bleiben eher hängen. Für den Alltag heisst das: Bohnen abwiegen, mahlen, mit dem Deckel einmal pumpen, und du bekommst fast genau die Menge heraus, die du eingefüllt hast. Ein Tropfen Wasser auf die Bohnen hilft zusätzlich gegen Statik.

Wie gut ist die Opus 2 für Espresso?

Ja, und darin unterscheidet sie sich am stärksten von der ersten Generation. Die Opus 2 mahlt eine Espressodosis in rund 9 Sekunden. Das nennt Fellow, und The Coffee Chronicler kam auf denselben Wert: 18 g in 9 Sekunden. Die erste Opus gehörte bei der Stiftung Warentest zu den langsamsten Mühlen im Test.

Wichtiger als das Tempo ist das Einstellen. Bei der Gen 1 musstest du für feine Korrekturen den Trichter abnehmen und einen Innenring verdrehen. Bei der Opus 2 drehst du am Rad an der Seite, ohne Rasten. Fellow empfiehlt für Espresso meist den Bereich 0 bis 2. In Tests lagen gute Shots zwischen etwa 0,2 und 0,7 bzw. bei 1 bis 2, je nach Bohne, Röstgrad und Sieb. Druckbehaftete Siebe brauchen eher etwas gröber.

Geschmacklich fallen die Urteile positiv aus. The Coffee Chronicler lobt Espresso und besonders dunkle Röstungen, 9 Bar Benchmark sieht in der Opus 2 ein klares Upgrade, das die Fehler der Vorgängerin behebt.

Lieferumfang der Fellow Opus 2: Mühle, zwei Auffangbecher, Holzdeckel und Reinigungspinsel
Zwei Becher: der grosse für Filterkaffee, der kleine passt direkt auf Siebträger mit 54 oder 58 mm.

Praktisch für Siebträger: Der kleine 30-g-Becher passt auf 54- und 58-mm-Siebträger. Du stülpst ihn um und klopfst das Kaffeemehl direkt ins Sieb. Dazu brauchst du eine Waage, die auf 0,1 g genau wiegt, etwa die Acaia Lunar, und einen Tamper wie den Timemore Impulse. Mehr Zubehör findest du unter Espressozubehör.

Und für Filterkaffee?

Die Opus 2 ist eine Allzweckmühle und mahlt bis grob für French Press und Cold Brew. Für Handfilter liegt der Bereich laut The Coffee Chronicler etwa bei 5 bis 7. Das Ergebnis ist gut, aber nicht auf dem Niveau einer reinen Filtermühle. Kegelmahlwerke wie das der Opus geben dem Kaffee eher mehr Körper als ein Flachmahlwerk, die Tasse wirkt etwas weniger klar und getrennt. In acht Blindvergleichen von The Coffee Chronicler schnitt eine Mühle mit Flachmahlwerk (StarSeeker Edge) jedes Mal besser ab.

Wenn du fast nur Filterkaffee trinkst, ist eine Filtermühle wie die Fellow Ode Gen 2 mit ihrem 64-mm-Flachmahlwerk die bessere Wahl. Espresso kann die Ode allerdings nicht.

Bedienung im Alltag: Becher, Deckel, Auto-Stopp

Kaffeebohnen werden aus einem Becher in die Fellow Opus 2 gefüllt
Single Dosing: genau die Menge einfüllen, die du brauchst.

Die Opus 2 ist auf Single Dosing ausgelegt: Du wiegst die Bohnen für eine Zubereitung ab, füllst sie ein und drückst einmal. Die Mühle stoppt von selbst, wenn der Trichter leer ist. 9 Bar Benchmark mass rund 3 Sekunden Nachlauf nach dem letzten Korn. Hältst du die Taste gedrückt, läuft sie 45 Sekunden durch. Die restlichen Bohnen lagerst du am besten luftdicht, zum Beispiel im Fellow Atmos Vakuumbehälter.

  • Unter dem Kunststoffdeckel steckt eine Tabelle mit Startwerten für die Mahlgrade. Umgedreht dient er als Messbecher mit Fächern für 20 g und 40 g. Die Varianten mit Holzdeckel haben diese Fächer nicht.
  • Beide Auffangbecher halten magnetisch. Der grosse fasst 100 g für Filterkaffee, der kleine 30 g für Espresso.
  • Laut Handbuch soll ein Mahldurchgang unter 45 Sekunden bleiben, danach braucht die Mühle 60 Sekunden Pause. Läuft sie mehr als 3 Minuten innerhalb von 10 Minuten, schaltet sie sich zum Schutz vor Überhitzung für 30 Minuten ab. Für eine Kanne Filterkaffee reicht das locker, für Vorrat auf Wochen ist sie nicht gedacht.
  • Das Mahlwerk reinigst du mit dem mitgelieferten Pinsel, nicht mit Wasser. Für die Kalibrierung brauchst du einen Schraubenzieher.

Die Schwächen der Opus 2

Ganz ohne Kompromisse geht es bei diesem Preis nicht. Das fällt in den Tests auf:

Pro & Contra
  • Kaum Restmenge, ideal für Single Dosing
  • Stufenlose Einstellung direkt am Rad, ideal für Espresso
  • Schnell: eine Espressodosis in rund 9 Sekunden
  • Zwei magnetische Becher, passend für 54- und 58-mm-Siebträger
  • Kompakt, eine Mühle für Espresso bis Cold Brew
  • Viel Kunststoff, der Espresso-Becher wirkt billig
  • Mit rund 85 dB eher laut
  • Für Filterkaffee nicht so klar wie eine reine Filtermühle
  • Begrenzte Laufzeit am Stück (Überhitzungsschutz)

Am meisten Kritik bekommt das Material. Gehäuse, Mahlkammer und das Flügelrad, das das Mahlgut auswirft, sind aus Kunststoff. The Coffee Chronicler fragt sich deshalb, wie gut die Mühle über Jahre hält. Belastbare Langzeitdaten gibt es dazu noch nicht. Die Lautstärke liegt in zwei Messungen bei 84 bis 85 dB, das ist für eine Mühle dieser Klasse eher laut.

Opus 2, Opus 1 oder Ode Gen 2?

Fellow Opus 2Elektrisch · Espresso + Filter · stufenlos · 48 mmUnsere Empfehlung
Fellow Opus (Gen 1)Elektrisch · vor allem Filter · 41 Stufen · 40 mmCHF 202.50
Fellow Ode Gen 2Elektrisch · nur Filter · 64-mm-FlachmahlwerkCHF 274.99
Timemore C3 ESP ProHandmühle · Espresso + FilterCHF 119.99

Preise bei mycoffeeplan.ch, Stand 24.10.2026.

Opus 2 oder Opus 1?

Wenn du Espresso machst, ganz klar die Opus 2. Die erste Opus ist keine schlechte Mühle für Filterkaffee, die Stiftung Warentest kürte sie im November 2024 zum Testsieger unter zwölf Kaffeemühlen. Beim Espresso stören aber die Restmenge, die umständliche Feineinstellung und das Tempo. Da die Preise nah beieinander liegen, lohnt sich die Gen 2 für fast alle.

Lohnt sich das Upgrade von der Opus 1?

Wenn du mit der Gen 1 Espresso machst und dich über das Einstellen ärgerst: ja. Für reinen Filterkaffee ist der Unterschied kleiner.

Opus 2 oder Ode Gen 2?

Die Ode Gen 2 ist die Spezialistin für Filterkaffee, die Opus 2 die Allrounderin. Trinkst du beides, nimm die Opus 2. Trinkst du nur Filter und legst Wert auf maximale Klarheit, nimm die Ode. Alle Unterschiede im Detail stehen in unserem Vergleich Fellow Opus 2 oder Ode Gen 2: Welche Mühle passt zu dir?

Und eine Handmühle?

Für eine Tasse am Tag oder unterwegs ist eine gute Handmühle wie die Timemore C3 ESP Pro eine günstige Alternative. Alle Modelle findest du bei den elektrischen Kaffeemühlen und den Handmühlen.

So stellst du die Opus 2 für Espresso ein

  1. Starte bei 1

    Fellow empfiehlt für Espresso meist den Bereich 0 bis 2. Beginne in der Mitte und wiege 18 g Bohnen ab.

  2. Bezug messen

    Ziel für den Anfang: rund 36 g Espresso in 25 bis 30 Sekunden. Wiege den Espresso in der Tasse mit.

  3. Schmecken und korrigieren

    Läuft der Shot zu schnell und schmeckt sauer, dreh feiner. Läuft er zu langsam und schmeckt bitter, dreh gröber. Immer nur ein kleines Stück pro Versuch.

  4. Einstellung notieren

    Pro Bohne eine Notiz. Helle Röstungen brauchen meist feiner als dunkle.

Fazit: Für wen sich die Opus 2 lohnt

8.8/10
Unsere Wertung: klare Empfehlung

Die beste Wahl, wenn du mit einer elektrischen Mühle Espresso und Filter mahlen willst und kein Budget für eine Mühle über CHF 500 hast.

Espresso
Filter
Restmenge
Bedienung
Verarbeitung

Die Opus 2 macht aus einer Mühle mit grossem Schwachpunkt eine der besten Allzweckmühlen ihrer Preisklasse. Grösseres Mahlwerk, stufenlose Einstellung und fast keine Restmenge machen Espresso zu Hause deutlich einfacher, ohne dass du für Filterkaffee eine zweite Mühle brauchst. Abstriche gibt es beim Material und bei der Lautstärke.

Die Opus 2 kommt mit unserer nächsten Lieferung zu mycoffeeplan.ch. Wenn du sofort Bescheid wissen willst, trag dich unten in den Newsletter ein. Bis dahin findest du alle Fellow-Produkte in der Fellow-Kollektion.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fellow Opus und Opus 2?

Die Opus 2 hat ein grösseres Kegelmahlwerk (48 statt 40 mm), eine stufenlose Einstellung statt 41 Stufen, deutlich weniger Restmenge, einen Auto-Stopp, der den leeren Trichter erkennt, und zwei Auffangbecher, davon einer für 54- und 58-mm-Siebträger.

Ist die Fellow Opus 2 gut für Espresso?

Ja. Sie mahlt eine Espressodosis in rund 9 Sekunden, lässt sich stufenlos fein einstellen und hält kaum Kaffee zurück. Fellow empfiehlt für Espresso meist die Stufen 0 bis 2.

Fellow Opus 2 oder Ode Gen 2: Welche ist besser?

Für Espresso und Filter die Opus 2. Für reinen Filterkaffee mit maximaler Klarheit die Ode Gen 2, die aber keinen Espresso mahlen kann.

Wie viel Kaffee bleibt in der Opus 2 zurück?

In veröffentlichten Tests zwischen etwa 0,1 und 0,4 g. Fellow nennt 0,1 g für helle und mittlere Röstungen und 0,3 bis 0,5 g für dunkle. Mit dem Deckel als Blasebalg und einem Tropfen Wasser auf den Bohnen wird es noch weniger.

Passt der Espresso-Becher auf meinen Siebträger?

Der 30-g-Becher ist für Siebträger mit 54 und 58 mm gemacht. Bei anderen Grössen schüttest du das Kaffeemehl aus dem Becher ins Sieb.

Wie lange kann die Opus 2 am Stück mahlen?

Laut Handbuch unter 45 Sekunden pro Durchgang mit 60 Sekunden Pause. Mehr als 3 Minuten innerhalb von 10 Minuten lösen den Überhitzungsschutz aus, dann pausiert die Mühle 30 Minuten.

Wie reinige ich die Opus 2?

Mahlwerk und Auslass mit dem mitgelieferten Pinsel ausbürsten, nie mit Wasser. Aussen nur feucht abwischen. Mahle nur ganze Kaffeebohnen.

Wann kam die Opus 2 heraus?

Fellow hat die Opus 2 im Frühling 2026 vorgestellt, die ersten Tests erschienen ab Juni 2026. In Europa ist sie seit Mitte Oktober 2026 im Handel, bei mycoffeeplan.ch mit der nächsten Lieferung.

Quellen: Fellow Opus 2 (Produktseite) · Fellow Opus 2 Handbuch (PDF) · Fellow: What's new with Opus 2 · The Coffee Chronicler · 9 Bar Benchmark · Home Grounds (Opus Gen 1) · Stiftung Warentest 11/2024

Sven

Sven hat mycoffeeplan.ch gegründet und testet das Equipment, bevor es ins Sortiment kommt.

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